Anwaltstarife

Grundsatz

Das Honorar für anwaltliche Tätigkeit richtet sich grundsätzlich nach untenstehendem Tarif, soweit nicht behördlich festgesetzte Gebührentarife Anwendung finden (Zwangstarife). Fehlt eine ausdrückliche Vereinbarung, gelten die nachstehenden Grundsätze für die Berechnung des Honorars als Ausdruck der Verkehrsübung (übliche Vergütung nach Art. 394 Abs. 3 OR => Auftrag).

Eine allenfalls vom Gericht oder von einer Verwaltungsbehörde zulasten der Gegenpartei oder des Staates festgesetzte Parteientschädigung oder Verteidigergebühr ist für das Abrechnungsverhältnis zwischen dem Rechtsanwalt / Bevollmächtigten und dem/den Vollmachtgeber/n nicht verbindlich.

Allgemeine Berechnungsgrundlage

Grundlage für die Bemessung des Honorars bilden insbesondere folgende Faktoren: der nach den Umständen gebotene Zeitaufwand; die mit der Sache verbundene Verantwortung; die Bedeutung der Sache für die Klientschaft; die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Auftraggebers; die Kostenstruktur der Kanzlei.

Ordentliche Stundenansätze

a) Lässt sich der Interessenwert einer Angelegenheit ziffernmässig bestimmen, beträgt der Stundenansatz des Rechtsanwaltes / des Bevollmächtigten bei einem Interessewert...

  • bis Fr. 100'000.-- Fr. 220.-- bis Fr. 320.--
  • von Fr. 100'000.-- bis Fr. 500'000.-- Fr. 240.-- bis Fr. 340.--
  • von Fr. 500'000.-- bis Fr. 1 Mio. Fr. 260.-- bis Fr. 440.--
  • über Fr. 1 Mio. Fr. 280.-- bis Fr. 500.--

b) Lässt sich der Interessewert nicht ziffernmässig bestimmen, beträgt der Stundenansatz normalerweise Fr. 220.-- bis 320.--. Er kann aber bei grosser immaterieller Bedeutung der Angelegenheit für den/die Vollmachtgeber/-in angemessen bis Fr. 500.-- erhöht werden.

c) Der mit der Bearbeitung eines Mandates im normalen Rahmen anfallende administrative Aufwand (Sekretariatsarbeiten, etc.) ist mit diesen Honoraransätzen abgegolten.

Ausserordentliche Ansätze

Das gemäss vorstehender Bestimmung berechnete Honorar kann bei Vorliegen einer der folgenden Voraussetzungen angemessen erhöht werden, maximal aber auf das Doppelte:

a) Besondere Schwierigkeit, z. B.

fremdsprachige Akten bzw. Verhandlungen; internationale Tatbestände und Rechtsfragen; Beanspruchung von Spezialkenntnissen.

b) Besondere Dringlichkeit

Beanspruchung des Rechtsanwaltes / des Bevollmächtigten ausserhalb der üblichen Bürozeit (als "üblichen Bürozeit" gelten die Werktage Montag bis Freitag, von 08.00 bis 12.00 und 14.00 bis 18.00 Uhr, ohne kantonale und Bundesfeiertage) etc.

Besondere Fälle

a) Willensvollstreckungen und Liquidationen

An Stelle des ordentlichen hievor berechneten Honorars kann ein Stundenansatz von Fr. 240.-- bis 320.-- mit einem einmaligen Zuschlag bis höchstens 2 % des Wertes der Bruttoaktiven berechnet werden.

b) Verwaltungen

An Stelle des gemäss ordentlichen hievor berechneten Honorars kann ein Stundenansatz von Fr. 240.-- bis 320.-- und ein jährlicher Zuschlag von 1 bis 2 %0 des verwalteten Reinvermögens oder von 2 bis 4 % des Bruttoertrages berechnet werden.

Kostenersatz

Der Rechtsanwalt / der Bevollmächtigte hat Anspruch auf Ersatz seiner Auslagen (z. B. Gerichts- und Amtsgebühren, Porti, Kosten der Telekommunikation, Fotokopien, Reisen sowie für Rechnung des Klienten bezahlten Drittleistungen etc). Die Kosten mandatsbezogener, nicht administrativer Computerdienstleistungen, insbesondere der Benutzung juristischer Datenbanken, werden separat in Rechnung gestellt. Für Botengänge innerhalb der Stadt Olten ist ein Betrag von Fr. 5.- pro Botengang geschuldet.

Mehrwertsteuer

Alle oben erwähnten Ansätze verstehen sich ohne 8% Mehrwertsteuer.

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